Vor 1000 Jahren: Wikinger und Friesen in Schleswig-Holstein
Am Beginn der Wikingerzeit steht im Jahre 793 der Überfall auf das Kloster Lindisfarne vor der Küste Nordenglands. Mit der Unterwerfung Englands 1066 durch Wilhelm den Eroberer und der Vernichtung Haithabus durch slawische Truppen im selben Jahr endete die Epoche der Wikinger. Etwa zur gleichen Zeit erfolgte die Christianisierung der letzten Nordgermanen.
Wer sind denn nun eigentlich die Wikinger und die Friesen? Der Name Wikinger leitet sich altnordisch von „víkingr“ ab und bedeutet „Räuber, Plünderer“. Die Wikinger stellten keine geschlossene ethnische Gruppe dar, sondern setzten sich aus verschiedenen skandinavischen Stämmen und Völkern zusammen. Auch wenn der Begriff „Wikinger“ sinnbildlich für Raub und Zerstörung steht, so gab es zur Zeit der Wikinger auch friedliche Händler und rechtschaffene Handwerker.
In den bewegten Zeiten des frühen Mittelalters in Nordeuropa ist immer wieder auch von den Friesen die Rede. Als erste schriftliche Erwähnung von Friesen im heutigen Nordfriesland gilt ein Kapitel aus den Jahrbüchern des Klosters Fulda aus dem Jahr 857: „Der Normanne Rorik, welcher Dorestad vorstand, führte mit Zustimmung seines Herrn, des König Lothar, eine Flotte in das Gebiet der Dänen, und mit Einwilligung des Dänenkönigs Horik nahm er nebst seinen Genossen den Teil des Landes in Besitz, welcher zwischen dem Meere und der Eider liegt“. Auf dem Seeweg entlang der Küste nahmen die Zuwanderer seit dem 8. Jahrhundert zunächst Zuflucht auf den Geestinseln und im südlichen Eiderstedt. Die Friesen waren als Händlervolk bekannt und nutzten den aufblühenden Handel über Ribe und Haithabu.
