Landeskunde und Menschheitsgeschichte zwischen den Meeren
Schleswig-Holstein verdankt seine landschaftliche Ausgestaltung vorwiegend den beiden letzten Eiszeiten: Saale-Eiszeit (230.000 - 110.000v. Chr.) und Weichsel-Eiszeit (80.000 - 10.000 v. Chr.). Nur die Marsch bildete sich erst nach der letzten Eiszeit aus den Ablagerungen der Nordsee.
Auf dem Wikinger-Friesen-Weg radelt man durch alle Naturräume Schleswig-Holsteins: die Marsch an der Nordsee, die Hohe und Niedere Geest im Binnenland, das Östliche Hügelland an der Ostsee. Das Besondere an der Route sind aber Spuren der Entwicklung der Menschen und ihrer Kultur. Wie auf einer Zeitreise erlebt man auf historischen Spuren mehrere kulturgeschichtliche Epochen. So finden sich entlang des Weges Zeugnisse von der Jungsteinzeit (4.200-1.700 v. Chr.) über die Bronzezeit (1.700-500 v. Chr.) und die Wikingerzeit (793-1066 n. Chr.) bis zum Spätmittelalter. Auf den ältesten heute noch sichtbaren Spuren der Vergangenheit ist man an den Großstein- bzw. Megalithgräbern, die in der Jungsteinzeit etwa zwischen 3.500 und 3.000 v. Chr. errichtet wurden. Die steinzeitlichen Vorfahren haben mit ca. 6.000 Grabhügeln deutliche Spuren hinterlassen. Von den ungefähr 180 erhaltenen Gräbern finden sich einige eindrucksvolle am Weg wie z.B. das frei liegende Großsteingrab in Missunde.
Bis zur Zeit der Wikinger vergingen dann noch mal 4000 Jahre. Die Epoche der Wikinger, die vor etwa 1.000 Jahren endete, ist also eine relativ junge in der Menschheitsgeschichte Die zu dieser Zeit gehörenden archäologischen Funde am Radweg finden sich hauptsächlich entlang der Schlei. Herausragend ist Haithabu, das zur Wikingerzeit eines der bedeutendsten Siedlungs- und Seehandelsplätze Nordeuropas war.
